Messen in Südkorea

Südkorea sieht seine Zukunft selbst als Technologie- und Dienstleistungsstandort. Dementsprechend werden auch die Messen zu den Themen Logistik, Erneuerbare Energien, Umwelttechnik, Bio- und Nanotechnik sowie Medizintechnik ausgerichtet. Natürlich gibt es auch zu vielen anderen Themen Messen und Ausstellungen, die internationale Beachtung finden, aber die genannten Fachgebiete machen die Hauptzahl der Messen aus. Die Messeaktivitäten sind stark durch staatliche Institutionen geprägt, was vergleichbar mit dem Nachbarland China ist. Alljährlich werden in Sükorea 40-50 Messen ausgerichtet, die als besonders wichtig eingestuft und staatlich gefördert werden. Die Gesamtzahl der in Südkorea ausgerichteten Messen mit internationaler Beteiligung liegt um die 150, in manchen Jahren auch mehr. Doch nicht nur die Zahl der Messen an sich steigt von Jahr zu Jahr, auch die Anzahl der Aussteller und der Besucher. Vor allem in Bezug auf Modeausstellungen hat sich viel bewegt.

Die RFID USN Korea gilt als eine der weltweit wichtigsten Fachmessen für RFID Technologie. Korea investiert seit Jahren sehr engagiert in ubiquitäres Computing - also die Vernetzung von Gebrauchsgegenständen weit über das Desktop-Rechnernetz des traditionellen Internets hinaus. RFID Technik ist ein wichtiger Baustein dieser Vision, da sie die drahtlose Kommunikation zwischen Micro- und Nanochips ermöglicht. Damit können zb. intelligente Kaufhauskassen den Inhalt von Einkaufswagen einlesen. Auf der Messe nehmen alljährlich 25.000 Besucher aus 16 Nationen teil und bestaunen innovative Lösungen für die Bereiche Logistik, Bau und Produktion. Die WEDDEX Korea, die in Seoul ausgerichtet wird, richtet sich vor allem an den asiatischen Markt, wird aber auch von europäischen Ausstellern beachtet. Auch Produkte Deutscher Designer wie Still BHs von Mamarella oder Brautmoden von Light in the Box sind hier vertreten. Wie der Name der Messe nahelegt, geht es primär um Hochzeitsmoden.

Messebesuche und -Auftritte zählen für westliche Unternehmen zu wichtigen Marktinstrumenten auf dem Weg zu geschäftlichem Erfolg in Südkorea. Newcomer tun jedoch in der Regel gut daran, sich schon im Vorfeld mit den Eigenheiten des koreanischen Geschäftslebens vertraut zu machen. Visitenkarten etwa Bespiel haben in Südkorea eine viel offiziellere Funktion als bei uns: überreicht werden sie mit beiden Händen statt mit einer, und es gilt als unhöflich, sie nicht für einige Sekunden genau zu studieren nachdem man sie erhalten hat. Kleine Geschenke gehören wie in Japan auf jeden Fall mit dazu - kleine aber originelle Aufmerksamkeiten können Wunder wirken und  geduldiges Stöbern in einem aktuellen Katalog mit originellen Werbemitteln kann sich auszahlen. Bei Verhandlungen gehören Ausdauer und Geduld zu den obersten Geboten, denn Koreaner sind oft zu höflich um Bedenken direkt zum Ausdruck zu bringen. Über  geradeheraus gestellte und detaillierte Fragen zu seinem Privtaleben sollte man sich nicht wundern, sie sind ein Ausdruck des Interesses an persönlicher Freundschaft.