Hauptstadtinszenierungen in Zentralasien Kulturelle und gesellschaftliche Vorraussetzungen Der Religionsstifter Mohammed wurde um 570 n. Chr. in Mekka, im heutigen Saudi-Arabien geboren. Im Jahre 632 n. Chr. starb Mohammed in Medina. Als Tag der Gründung des Islam gilt der 15.06. 622, der Tag der Hedschra, der Auswanderung nach Yathrib- Medina. Dieser Tag ist auch der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Lehre des Islam: Der Islam bedeutet wörtlich: "Ergebung in den Willen Gottes". Er wurde von Mohammed nach seinem Berufungserlebnis im Jahre 610 nach Christus verkündet. Kernideen der Lehre Mohammeds sind das nahende Weltgericht, bei dem jeder Mensch Rechenschaft über sein Leben abgeben muss und die Lehre von Allah als dem Schöpfer und Richter, der das Schicksal der Menschen bestimmt. Die 5 Hauptpflichten des Muslim umfassen das Glaubensbekenntnis. "Es gibt keinen Gott außer Gott, Mohammed ist der Gesandte Gottes.", das fünfmalige Gebet pro Tag, das Almosengeben, das Fasten im Fastenmonat Ramadan, sowie die Hadsch, die mindestens einmalige Wallfahrt nach Mekka im Leben eines Muslim. Die drei Glaubensfundamente des Islam bilden der Koran, das Wort Gottes, bestehend aus 114 Suren, die Sunna, die Überlieferung der Gewohnheiten und Aussprüche des Propheten sowie die ldschma, die Übereinstimmung der Gläubigen. Hauptmerkmal der islamischen Weltanschauung ist die genaue Unterscheidung zwischen göttlichen (Unbedingtheit, Unvergleichlichkeit, Unfassbarkeit) und menschlichen (menschliche Triebkräfte, nicht verleugnet sondern mit einbezogen) Eigenschaften mit dem Wunsch, beide Sphären in enge Beziehung miteinander zu setzen. Der Islam schafft die Verbindung zwischen Gott und den Menschen mittels der Verehrung des lenkenden Schöpfers und Weltenherrschers durch die Gläubigen, die seine Gebote zu ihrem Nutzen befolgen. Grundgedanke der islamischen Weltanschauung ist die Reinhaltung der göttlichen Idee sowie die Anerkennung der menschlichen Sphäre in ihrer gesamten Bedingtheit. Stellung des Sakralen im Raum: Der Islam ist gekennzeichnet durch eine asketische Haltung gegenüber dem Sakralen an sich. Das Sakrale wird in seinem geistigen Urzustand belassen. So wurde beispielsweise der Koran in seiner Urform als Wort Gottes bis heute erhalten und weitergegeben. Statt ritueller Sakralbauten wird das Göttliche vielmehr durch die alltägliche Begehung der vorgeschriebenen religiösen Rituale vergegenwärtigt und lebt in der Praktizierung durch den Gläubigen fort. Der Muslim scheut sich davor das Göttliche in Bauwerken und Bildnissen darzustellen, weil dadurch der Begriff des Göttlichen banalisiert und verunreinigt würde. Deshalb finden sich beispielsweise auf islamischen Illustrationen in der Regel auch keine bildlichen Darstellungen von Mohammed. Aus dem gleichen Grund ist das Sakrale nicht monumentalisiert. Die einzige Ausnahme ist die Kaaba in Mekka. Sie ist das zentrale und einzige Heiligtum des Islam. Die Kaaba ist ein einfacher gemauerter Würfel, in dem in eine Kante ein von den Muslimen verehrter schwarzer Meteorit eingemauert ist. Die Legende besagt er wäre vom Himmel gefallen und hätte die Sünden der Welt auf sich genommen. Die Kaaba prägte schon vor der Entstehung des Islam das Weltbild der arabischen Völker. Seit undenklichen Zeiten dürfte die Kaaba der Mittelpunkt eines Steinkultes gewesen sein, im alten Arabien eine häufige Form der Gottesverehrung. Später wurde die Kaaba durch Mohammed zum universalen Zentrum des islamischen Glaubens. Beschreibung Kaaba: Seitdem hat die Kaaba nichts an ihrer geistigen Macht eingebüßt. Ihre spirituelle Kraft beruht Reinheitsgebot: Das Wasser hat im Islam eine besondere Bedeutung. Vor dem Gebet ist die Waschung als rituelle Reinigung für jeden Moslem eine Pflicht. Das Wasser gilt im Islam als das Element des göttlichen und des Zeitlosen, das das zeitliche Dasein durchwirkt. Das Waschen erneuert diesen Zustand. Das Wasser, als Leben spendendes Element, ist in der arabischen Kultur stark verbunden mit dem Paradiesbegriff. Im Koran fand oft die Symbolik des Wassers als Sinnbild des Lebens Verwendung. Paradiesgärten mit Wasserläufen prägen bis heute die Wunschvorstellungen des Muslim von einer glücklichen Welt. Sie findet insbesondere in der Tradition der islamischen Gartengestaltung ihren Ausdruck. Im Stadtbild der traditionellen orientalischen Stadt findet sich jedoch nicht ein großer "Paradiesgarten", sondern ein gleichzeitiges Nebeneinander vieler kleiner Paradiese. Wie kleine Oasen innerhalb der Wüste der Stadt bilden sie Orte des Kräftesammelns und der Erholung. |