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| Außenbau von Córdoba |
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Atektonische Verwendung - Trennung von Architektur und Ornament
Atektonisch bedeutet, dass die Einzelteile des Gebäudes technisch-konstruktiv und formal-künstlerisch keine Einheit bilden. Eine derartige Trennung von Bauwerk und Oberflächengestaltung führte dazu, dass die konstruktive Logik der Bauteile verwischt oder gar absichtlich verkehrt wird. So sind eigentlich konstruktive Bauteile wie die Rippen der oben genannten Bab al-Mardum Moschee in Toledo ohne konstruktive Funktion also nur reines Ornament.
Auch die oben bereits betrachtete Große Moschee von Córdoba zeigt zwar konstruktiv beanspruchte Rippen (älter als in Toledo), die Last wird in der darunter liegenden Zone jedoch nicht linear abgeleitet.
Vergleichen wir eine Zeichnung desselben Bogens von Gómez-Moreno vor der Restaurierung der Moschee durch Velazquez Bosco und einer modernen Photographie. Die Zeichnung zeigt oberhalb der gitterartigen Füllung einen falschen Bogen, der wesentliche Anteile der Gewölbelast aus den Kuppelrippen aufnimmt. Die darunter liegenden Bogenstellungen müssen so im Wesentlichen nur sich selbst tragen. Die gleichen übereinander angeordneten Arkaden, die zwischen den Schiffen die Last des Bauwerks auf den Säulenwald verteilen, sind hier nur gestalterisch angewendet. Zusätzlich verdeutlicht man dies durch die nach oben zunehmende Bogentiefe und damit Schwere, die die dünnen Säulen scheinbar gar nicht tragen können. Versetzte Bögen lasten auf den Scheiteln der darunter liegenden mit dicken Konsolen, ein Architrav schwebt frei dazwischen. Man erreicht den Eindruck, das ganze stehe nicht auf der Erde, sondern hänge vom Himmel herab, wie ein gotischer Baldachin.
Dekorative Mauerwerksverbände finden wir an der so genannten Bibi Chanum Moschee im usbekischen Samarkand (1399 - 1404). Hier versucht man nicht die statisch optimalste Kombination der Ziegelsteine zu finden oder belässt zu mindest die konstruktive Logik, sondern arrangiert geometrisch - ornamentale Muster. Die Konstruktion muss sich hier der Dekoration unterordnen.
Feine aber geniale Hinweise zur Auflösung der konstruktiven Prinzipien in der Ornamentierung zeigen sich am Patio del Yeso im Alcazar von Sevilla aus almohadischer Zeit (13. und Anfang 14. Jh.). Die Rautenpaneele stehen in symmetrischer Ordnung zum Mitteltor (Iwan). Die flache Vorhalle hat insgesamt nur ein kleines Pultdach zu tragen. Als eigentliche Außenwand des Gebäudes fungiert die Mauer dahinter. Konstruktiv tragend sind also wahrscheinlich ein Dachbalken im oberen Architrav sowie die beiden gemauerten Pfeiler links und rechts vom zentralen Bogenmotiv. Die Rautenpaneele entstehen geometrisch gesehen aus sich überschneidenden Bögen. Diese sollten die Last vom Architrav auf die Säulen verteilen und sie in den Boden ableiten. Im linken Paneel führt eine durchgängige Achse an zwei Punkten vom Architrav zum Säulenkapitell, die entsprechenden Bereiche im rechten Paneel zeigen keine durchgängigen Achsen, der Kraftfluss ist unterbrochen.
Konstruktive Logik und der architektonische Aufbau von Gebäuden spiegeln sich nicht in der dekorativen Gestaltung derselben wieder oder werden vielleicht sogar absichtlich, wie in einem Spiel ad absurdum geführt, um einen schwerelosen Eindruck zu erreichen. Grundsätzlich zeigt sich zumindest, dass das Ornament in der islamischen Architektur nicht automatisch tektonischer Logik und konstruktiver Ehrlichkeit verpflichtet sind, sie profitieren bisweilen voneinander. Also gewinnt nicht nur in geometrischer, sondern auch in konstruktiver Hinsicht das Ornament in der islamischen Architektur einen höheren Eigenwert und erlaubt einen eigenen Gestaltungswillen in einer Schale um die Architektur.
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