Arbeiten in Südkorea

Koreanische Arbeitgeber bevorzugen bei der Einstellung Arbeitnehmer und Angestellte, die einen Bachelor-Abschluss nachweisen können und Berufserfahrung von mindestens einem Jahr haben. In Korea ist der gesellschaftliche Status. im Gegensatz zu vielen anderen asiatischen Ländern vom Bildungsabschluss abhängig.

Südkorea ist kein typisches Traumland für Auswanderer wie Australien, Kanada oder die USA. Wer für einige Zeit in Südkorea leben möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Lebensstandart südkoranischer Großsstädte nicht mit dem in Deutschland  verglichen werden kann. Bei Lebenshaltungskosten und Miete liegt das Preis-Leistungsverhältnis in der Regel deutlich ungünstiger als in Mitteleuropa. Wer vorhat, auf eigene Faust in Südkorea Arbeit zu finden, spricht am besten bereits koreanisch und allermindestens  auch ausreichend Englisch. Für Festentschlossene zählt daher ein Sprachkurs in Europa zu den ersten Schritten auf dem Weg zum Ziel. Wer gut koreanisch kann, kann sich bei deutschen Unternehmen, die in Südkorea Niederlassungen haben, um einen Arbeitsplatz zu bewerben. Auch Südkoreanische Unternehmen nehmen von Ausländern gern Direktbewerbungen entgegen, sofern diese formell richtig und in perfektem Koreanisch verfasst sind.

Das für die Einreise nach Südkorea notwendige Visum kann direkt vor der Abreise oder nach der Ankunft in Südkorea bei der koreanischen Ausländerbehörde beantragt werden. Allerdings ist diese Aufenthaltsgenehmigung nur für sechs Monate gültig und muss nach diesem Zeitraum wieder neu beantragt werden. Um ein reguläres Arbeitsvisum für Korea zu bekommen, muss dieses Visum genau für den Beruf beantragt werden, für den eine Ausbildung und die entsprechende Berufserfahrung nachgewiesen werden kann. Der grösste Teil der in Sükorea tätigen Ausländer wurde im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses mit ihrem Arbeitgeber der Heimat zur Ausübung spezifischer Tätigkeiten in einer koreanischen Tochterfirma oder Filiale entsandt. In der Regel wickelt der Arbeitgeber dabei sämtliche Formalitäten ab und stellt eine Wohnung und einen Dienstwagen.

Dauert der Aufenhalt in Südkorea weniger als 183 Tage, ändert sich auf steuer- und versicherungstechnischer Ebene nichts - man behält seinen Wohnsitz in der Schweiz, Deutschland oder Österreich und bleibt dort auch uneingeschränkt einkommensteuerpflichtig. Bei Aufenhalten von über 183 Tagen innerhalb von 12 Monaten wird man in Südkorea steuerpflichtig. In diesem Fall regeln die jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Südkorea und der Schweiz, Österreich und Deutschland die Verrechnung der in Korea und in der Heimat geleisteten Steuern. Nach Beendigung der Tätigkeit sollte man sich daher ein sogenanntes Tax Certificate austellen lassen, welches belegt, dass in Korea Steuerzahlungen geleistet wurden. Zudem besteht zwischen Deutschland und Südkorea ein Sozialversicherungsabkommen, das eine Verrechnung der von Werktätigen in beiden Ländern entrichteten Rentenversicherung ermöglicht und so eine doppelte Beitragsbelastung vermeidet. Mit der Schweiz steht ein Sozialversicherungsabkommen vor der Unterzeichnung, mit Österreich besteht zur Zeit kein derartiges Abkommen.