Koreanische Popmusik

K-Pop ist die Abkürzung für Koreanische Popmusik. Geht es um die Bekanntheit der Koreanischen Popmusik, so wird in diesem Zusammenhang gerne auch von der Koreanischen Welle oder K-Welle gesprochen. Diese Welle trägt auf ihren Kamm eine Vielzahl an Elementen koreanischer Kutur über die Landesgrenzen hinaus und verbreitet sich seit einigen Jahren im asiatischen Raum - vornehmlich in Japan, China, Hong Kong und Taiwan - hat aber teilweise bereits auch schon die Vereinigten Staaten und Europa erreicht. 

Als Wendepunkt in der Geschichte der koreanischen Popmusik gilt die Gründung der Gruppe Seo Taiji and Boys im Jahre 1992, da die Band auch Elemente des Rap, Rock und Techno in ihre Stücke integrierte. Mitte der 90er Jahre waren es Bands wie g.o.d., H.O.T. oder  6Keys (auch als Sechs Kies bekannt), die sich einen Namen machen konnten. Im 21. Jahrhundert kam es vermehrt zu differenziertern Einflüssen westlicher Stiltrchtungen, vornehmlich durch Hiphop und R&B. Besonders bekannt wurden in diesem Kontext Bands wie Rain und Epik High.

Aktuell gilt unter anderem die Band F.T. Island als eine der zentralen Identifikations- und Schlüsselfiguren des K-Pop. Mit einer einer Mischung aus teils rappigen Fragmenten und melodischen Popelementen ist es der Band gelungen, zu einem Phänomen sowohl inner- als außerhalb Südkoreas zu werden. Dabei stellt F.T. Island so etwas wie die Inkarnation einer Boygroup asiatischen Zuschnitts dar. Die Zutaten sind die gleichen wie im Westen: Ein vielfältiges musikalisches Spektrum, die an Hysterie grenzende Anziehungkraft auf das jugendliche Publikum, die die fünf Mitglieder auf das südkoreanische Publikum haben und ein Bandmitglieder, die auch im Alleingang für Erfolg und Schlagzeilen sorgen. So gilt neben Leadsänger Lee Hong Ki auch Gitarrist Song Seung Hyun (bekannt als "the guy with the perfect smile") in der südkoreanischen und asiatischen Musikszene auch als Solokünstler als Star. Der Erfolg kam für F.T. Island nach außerordentlich kurzer Zeit: Die Band veröffentlichte ihr Debütalbum "Cheerful Sensibility" im Jahr 2007 und hielt sich anschliessend mehrere Wochen an der Spitze der koreanischen Charts.

Aus westlicher Sicht ist das Phänomen K-Pop nur bedingt zu fassen, denn die teils melodramatischen Songs streifen aus europäischer Sicht teilweise die Grenzen des pathetischen Overkills – was aber ganz der asiatischen Vorliebe für große Herzschmerz-Gesten und Melodramatik entspricht. Einerseits. Andererseits aber präsentieren sich ein Teil der Songs im perfekten produktionstechnischen Outfit und stehen vergleichbaren amerikanischen oder europäischen Produktionen um nichts nach. Ob die K-Welle die Herzen der westlicher Zuhörer nachhaltiger erreicht oder nur ein popkulturelles Phänomen bleiben wird, bleibt abzuwarten.