Islamische Architektur von 700 bis 1500 Hauptstadtinszenierungen in Zentralasien Die frühislamische Baukunst verarbeitete Einflüsse aus römischen, byzantinischen und früh christlichen Stilen, da dass arabische Volk in früherer Zeit primär ein Volk von Nomaden war und die Baupraxis dauerhafter Bauten demnach fehlte. So wurden oftmals christliche Bauten nach ihrer Eroberung in Moscheen umgenutzt, wie zum Beispiel die vom römischen Kaiser Justitian erbaute Hagia Sophia, die nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Türken nach islamischen Verständnis ergänzt und umgebaut wurde. Unterschiede zwischen islamischer und christlicher Architektur: Keine Ausrichtung der Gebäude Keine durchgehende Symmetrie Keine Weiterentwicklung der Bautypen, Festhalten an Ursprungsform Keine Bilddarstellung des Propheten Ornamentik entwickelt sich nicht aus der Bauform, sondern wird wie eine zweite Haut nachträglich aufgesetzt. Die bekanntesten islamischen Bautypen in Zentralasien sind die Medresen, Schulen des islamischen Glaubens und Rechts. Des Weiteren gibt es die Moscheen, Minarette, sowie Zitadellen (alte Festungsanlagen) und Mausoleen. Der Profanbau hatte zu dieser Zeit noch keine große Bedeutung, daher gibt es hierzu kaum Beispiele. Der zentralasiatische Raum hat durch die vielen schweren Erdbeben und die oftmals wechselnden Herrscher viel von seiner alten Bausubstanz verloren. Gut erhaltene Beispiele islamischer Architektur sind unter Anderem in Buchara, Samarkand und Chiwa zu finden. Aber auch hier ist vieles rekonstruiert bzw. erweitert worden. Beispiele Islamischer Architektur: Das Mausoleum von Timur (14. Jh.) in Samarkand ist eine der größten Grabstätten. Beispielhaft ist hier die Anwendung von Torbögen, die ein sehr häufig benutztes Element der islamischen Architektur sind. Auch die Kuppel ist ein typisch islamischer Bestandteil in der zentralasiatischen Kultur. Die glasierten Ziegel sind in verschiedenen Ausführungen auf fast allen Kuppeln in Zentralasien zu sehen. Aus dem 12. Jh. stammt eines der ältesten und höchsten Minarette (50 m) in Buchara vom Herrscher Kaljan. Vom Minarett aus ruft der Muezzin fünf Mal täglich zum Gebet auf. Typisch bei den zentralasiatischen Minaretten sind die horizontalen übereinander gestaffelten Ringe. Man sieht auch hier wieder die flächig angebrachte Ornamentik. Ark ist die Bezeichnung für einen etwa vier Hektar großen, 16-20 m hohen und künstlich aufgeschütteten Hügel, auf dem die Zitadellen errichtet wurden. Zitadellen sind Festungsanlagen im Zentrum einer Ansiedlung, die wichtige Funktionen wie zum Beispiel die Münzprägerei und das Arsenal beinhaltete. In ihnen residierte der Herrscher. Davor angeordnet war oftmals ein Registanplatz, der als Marktplatz genutzt wurde. Aber auch das Gericht wurde dort abgehalten und Paraden darauf veranstaltet. Ein Beispiel hierfür findet sich in Buchara, jedoch muß man bedenken, dass ca. 75% des Innenlebens Ruinen sind 14. Eine der schönsten Platzinszenierungen findet sich in Samarkand mit seinen angrenzenden Medresen. Einen weiteren Hinweis darauf, wie zentral die Rolle der Verteidigung war, sieht man in Chiwa, der besterhaltensten alten Stadtanlage in Zentralasien. Die Altstadt mit ihren Lehmstraßen und Innenhöfen, ist nicht einmal einen Quadratkilometer groß, beherbergt aber mehr als 16 Medresen, umgeben von der 2,5 km langen Stadtmauer, die jedoch nur eine Rekonstruktion ist. Die alte Anlage wurde beim Einfall der Perser fast komplett zerstört. |