Vorislamische Zeit bis ca. 700 n. Chr.
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| Persepolis Palast |
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Die Architektur in Zentralasien bis 800 n. Chr. wurde von vielen Kulturen beeinflusst und hat durch die verschiedenen Herrschervölker eine ganz eigene Formensprache entwickelt. Im 6. Jh. v. Chr. beherrschten die Achämeniden (heutiges Iran) Zentralasien. Parallel zur Entwicklung des monumentalen Steinbaus in Griechenland entstand eine von den Persern in über 120 Jahren erbaute Palastanlage in Persepolis. Sie zeigt griechische und ägyptische Einflüsse, die in eine eigene Formensprache umgesetzt wurden: Bis zu 19 Meter hohe Steinsäulen (griech.) wurden reich mit Tierkapitellen geschmückt, statt einer kleinen Cella gab es große Innenräume und es gab Monumentaltore mit ägyptischen Details.
Die Herrschaft der Perser wurde 329 v. Chr. durch Alexander den Großen beendet, der viele Völker unterwarf. Während seiner Eroberungen gründete Alexander etwa 70 Städte, die als Garnisonsstädte der Sicherheit und Einheit des Reiches dienten, darunter auch Samarkand in Usbekistan, Herat und Kandahar in Afghanistan. Durch Alexanders ständige Ortswechsel und den kurzen Aufenthalt in Zentralasien hatte die griechische Kultur nur wenig Einfluss auf die Architektur. Eines der wenigen Beispiele: In der Befestigungsanlage in Nisa wurden griechische Stuckelemente im Innenraum verwendet, aus denen sich später die typische Fassadenverkleidung des Orients entwickelte.
Im 2. Jh. v. Chr. übernahmen die Perser (Sassaniden) die Herrschaft in Zentralasien. Diese Zeit wurde geprägt von religiöser und kultureller Toleranz und florierender Wirtschaft. Das Kunsthandwerk blühte auf (Metallverarbeitung, Webereien, Keramiken). Säulen traten in dieser Zeit als architektonisches Element in den Hintergrund. Es wurden Backsteinwölbungen und Strohlehmkuppeln über eckigem Grundriss (aus römischer Tradition und nationalem Einfluss) und um einen Innenhof angeordnete Liwane bevorzugt. Noch heute steht der größte Backsteinbogen der Welt (36 m hoch) vom Palast in Ctesiphon (Irak). Die Kushan erreichten großen Reichtum durch den Handel mit China, wodurch dort auch der Buddhismus verbreitet wurde. Während im römischen Reich bereits die Gussbetontechnik entwickelt wurde und der Bau des Caesar-Forums in Rom begann, entwickelte sich an dieser Route die sogenannte Ghandara-Kunst, die griechische und indische Einflüsse verbindet: Große Lehmstatuen von Buddha (erste bildl. Darst. v. Buddha) entstanden nach dem Vorbild griechischer Skulpturen und wurden mit lokalen indischen Elementen erweitert. Diese Statuen wurden in den letzten Jahren von den Taliban größtenteils zerstört.
Um 224 n. Chr. wurden die Kushan durch die Sassaniden geschlagen. Im 4. Jh. griffen die Hunnen das Sassanidenreich an und verbreiteten sich über die südrussische Steppe bis nach Mitteleuropa. Da die Hunnen als Nomadenvolk in Zelten lebten, gibt es von ihnen keine Überreste gebauter Architektur. Nach der Geburt von Mohammed im Jahr 570 n. Chr. und einer Zeit der ständigen Kämpfe, verbreitete sich ab dem 8. Jh. der Islam in Zentralasien. Im Jahre 705 begannen die Araber einen heiligen Krieg gegen die Türken und drangen später bis zum Chinesischen Reich vor.
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