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| schachbrettartiger Stadtkern |
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Bishkek - Geschichte der Hauptstadt Kirgistans
Die Ursprünge der Stadt Bishkek gehen zurück bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Die im Jahre 1825 von kokandischen Eroberern errichtete Festung diente hauptsächlich als Lagerplatz für die Karawanen, die auf der Seidenstrasse zwischen Taschkent und Kashgar unterwegs waren und hier Rast machten. Nach und nach siedelten sich immer mehr Menschen an, so dass die Siedlung zur Mitte des 19. Jahrhunderts aus ca. 1.000 Höfen bestand. Während der Schlachten zwischen russischen und kokandischen Truppen zu Beginn der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde die Festung zerstört. Ab 1864 war die Siedlung, die nun Pishpek genannt wurde, ein strategisch wichtiger Stützpunkt der russischen Armee am Rande des Tienschan-Gebirges. In dieser Zeit kamen viele Bauern aus Mittelrussland und ließen sich in und um Pishpek nieder. Dies führte dazu, dass sich nun auch kirgisische und usbekische Nomaden, auf der Suche nach einem sesshaften Leben hier ansiedelten. Die Häuser wurden ungeordnet auf den öden Flächen gebaut und wuchs bis 1878 zu einer russischen Kreisstadt heran. Bis auf den Bau neuer Strassen, die die einzelnen Häuser miteinander verbanden, blieb die Stadt in den nächsten 20 Jahren im wesentlichen unverändert.
Später wurde ein Generalplan entwickelt, nach dem die Strassen im Schachbrettmuster angelegt wurden. Schon damals legte man den stadtplanerischen Grundstein für das spätere Erscheinungsbild Bishkeks. Anfangs umrahmten die von russischen Militärs geplanten Strassen noch ödes unbebautes Land, in das die Stadt nach und nach hinein wachsen sollte. Bei einer Volkszählung im Jahre 1897 hatte Pishpek 6.361 Einwohner. Am Ende des 19. Jahrhunderts bot der Ort eher das Bild einiger um einen großen Marktplatz angeordneter Häuser als das einer Stadt. Es gab zwar einige kleinere Betriebe, aber es fehlten Schulen, Bibliotheken, Theater und auch technische Infrastruktur, wie Wasserleitungen und Strom. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts siedelten sich immer mehr Menschen in der Stadt an, so dass 1912 bereits 14.000 Einwohner in Pishkek lebten.
Im Gegensatz zur Einwohnerzahl (mittlerweile 14.000 Einwohner) entwickelte sich die Infrastruktur kaum weiter. Es gab drei Kirchen, zwanzig Moscheen und Bethäuser und auch viele Spelunken, aber es existierten kaum Industriebetriebe und die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung waren Handel und Fuhrgewerbe.
Bis zur Oktoberrevolution glich Pishpek kaum einer Stadt. In der Stadtmitte gab es wenige Häuser aus Holz und Stein, ansonsten nur unansehnliche Lehmhütten. Pishpek bildete dennoch das Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum ganz Kirgisiens. Hier kreuzten sich wichtige Handelswege und nach und nach begann sich auch Industrie zu entwickeln. 1924 bekam die Stadt den Status des administrativen und politischen Zentrums des kirgisischen autonomen Gebiets.
1926 wurde Pishpek von der russischen Regierung umbenannt. Die Stadt erhielt den Namen des Revolutionärs Michael Frunse, der hier geboren wurde. Frunse hatte nun ca. 37.000 Einwohner. In der Zeit nach der Oktoberrevolution, in der Frunse die Hauptstadt der Sowjetischen Republik Kirgisistan war, entwickelte sich die Stadt sprunghaft weiter. Die neugebaute Turkestan-Sibirische Eisenbahn verband Frunse mit Zentren der Sowjetunion und mit den anderen Ländern Zentralasiens. Dies beschleunigte die Entwicklung der Stadt zu einem der wichtigsten Industrie-, Verwaltungs-, und Kulturzentren des sowjetischen Ostens.
Es wurden die ersten modernen Industriebetriebe des Landes errichtet und auch die Infrastruktur wurde entscheidend verbessert. Vor allem auf dem Bildungssektor wurde viel getan. Es entstanden Schulen, Bibliotheken, Krankenhäuser und Universitäten. Man baute Frunse nach dem Plan aus dem letzten Jahrhundert immer weiter aus. Die schachbrettartige Struktur kam der monumentalen sozialistischen Architektur der Sowjets sehr entgegen, denn sie eignete sich außerordentlich gut um Solitäre repräsentativ auf den großzügigen Freiflächen zwischen den Strassen zu platzieren.
So konnte man Frunse zu Zeiten der Sowjetunion fast als sozialistische Idealstadt bezeichnen. Die lebendige Stadt zog immer mehr Menschen an, so dass die Bevölkerung Frunses von 37.000 Menschen 1926 auf ca. eine halbe Million in den sechziger Jahren wuchs. Der immer größer werdende Bedarf an Wohnraum wurde, wie in allen anderen Städten der Sowjetunion, durch groß angelegte Plattenbauprojekte gedeckt. Überhaupt entstanden die meisten der im heutigen Bischkek bestehenden Gebäude aus den 60er-, 70er- und 80er Jahren. Auch der Manas-Airport, der Flughafen der Hauptstadt wurde 1980 errichtet und ist neben den beiden Bahnhöfen, die die Stadt besitzt, die wichtigste Verbindung zum Ausland. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurde 1991 auch Kirgisien ein unabhängiger Staat.
In diesem Zusammenhang wurde die Stadt wieder einmal unbenannt und heißt seitdem, ähnlich dem früheren Namen Pishpek, nun Bischkek. Das Erscheinungsbild der Stadt hat sich seit dieser Zeit allerdings kaum gewandelt. Es wurden nahezu keine neuen Häuser gebaut, was wohl hauptsächlich an der eher schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes und an der fehlenden Möglichkeit lag, Grund und Boden zu besitzen. Es waren meist private Unternehmen, die sich baulich betätigten. So entstanden hauptsächlich Tankstellen, da auf diesem Gebiet nach dem politischen Wandel ein großer Bedarf bestand. Ein Bowlingcenter wurde errichtet und vereinzelt wurden auch wenige Wohnungsbauprojekte realisiert.
Es wurden jedoch mittlerweile Rahmenbedingungen geschaffen, die das private Bauen zumindest in der Theorie möglich machen. So gibt es nun zum Beispiel die Möglichkeit Land vom Staat zu pachten und darauf zu bauen. Allerdings ist bei den potentiellen privaten Bauherren bedingt durch das geringe Lohn- und Gehaltsniveau des Landes, kaum Kapital vorhanden, um diese Option wahrzunehmen. So blieb der erhoffte Bauboom in Bischkek bisher aus.
Insgesamt leben heute ungefähr 700.000 Menschen in der Hauptstadt. Bishkek ist, mit mehreren großen Bazaren, den wichtigsten Bildungszentren sowie als politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes eine sehr lebendige Stadt.
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