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| Opern- und Ballettheater |
Städtebau
Bishkek misst in seiner Nord-Süd-Achse 23km und in seiner Ost-West-Achse 17km, das eigentliche Zentrum erstreckt sich zwischen dem großen Tschukanal im Norden, der Bahnlinie im Süden und zwei Flüssen im Westen und im Osten. Die Innenstadt ist durch ein größtenteils regelmäßiges, strenges Raster charakterisiert mit meist rechteckigen Grundstücken, die durch von Nord nach Süd und durch von Ost nach West angelegte Strassen gebildet werden (Abb. 219). In der südlichen Innenstadt finden sich die Ministerien, Botschaften und die meisten Denkmäler. Diese schachbrettartige Struktur ist noch aus dem 19. Jahrhundert, als Bishkek als ein Typus einer russischen Idealstadt geplant und angelegt wurde. Sie steht damit in starken Kontrast zu dem orientalischen Typus einer Stadt, wie sie in vielen zentralasiatischen vorzufinden ist. In Bishkek wurden die Grundstücke fast immer mit Solitären bebaut, ohne dass zwischen den Bautypen eine Hierarchisierung stattgefunden hat: öffentliche Bauten, Repräsentativbauten wie auch der Wohnungsbau stehen alle als Solitär/bzw. Solitärzeile auf dem Grundstück. Die Schopokowastrasse zum Beispiel besteht beinahe vollständig aus eingeschossigen Ein-Familienhäusern. Die Sowjetskajastrasse dagegen, eine Parallelstrasse, besteht größtenteils aus mehrgeschossigen Bauten verschiedener Funktionen. Eine Blockrandbebauung wie man sie beispielsweise aus Berlin oder anderen europäischen Hauptstädten kennt, ist nie realisiert worden, weder zu zaristischer, noch zu sowjetischer oder postsowjetischer Zeit.
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Zirkus Monument |
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| staatliches historisches Museum 1935 |
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Bishkek ist in ihrer Textur eine Vielzahl von Objekten, welche die städtische Fläche füllen, Gebäude, die aus dem Inneren heraus geplant und entwickelt wurden, mit einen gestalteten Grünbereich um sie herum. Sie wirken wie Torten auf Präsentiertellern und schaffen es selten, Raum zu bilden oder städtebauliche Bezüge zu ihrer Umgebung aufzubauen. Die Strassen sind so großzügig und breit angelegt (mit einer Breite bis zu teilweise 100 Meter), das sie den solitären Charakter dieser Stadttextur eher noch verstärkt.
Über einen standardisierten, öffentlichen Massenwohnungsbau, wie er mit der klassischen Moderne postuliert, und auch in vielen sowjetrussischen Großstädten realisiert wurde, fehlen uns ausreichende Informationen. Bishkeks erster Plattenbau wurde in den 1960er Jahren realisiert. Die Plattenbauten stehen meist als Zeilenbaugruppen am Stadtrand und sind nicht besonders ausgestaltet bezüglich ihrer Fassadengestaltung, wie z.b. in Tashkent.
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| Strassengestaltung |
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| Wohnungsbau Zeilen |
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Die Grüngestaltung spielt eine wichtige Rolle in Bishkek. Nicht nur die Bauten sind gärtnerisch eingefasst, sondern auch die Strassen sind teilweise mit 20 Reihen verschiedener Baumarten bepflanzt. Bishkek ist eine sehr grüne Hauptstadt (Es kommen 100 m² Grün auf jeden Einwohner) und es scheint, dass diese grüne Textur die eigentliche Masse der Stadt ausmacht im Gegensatz zu ihren Bauten. Fast alle Ein-Familien-Haus-Siedlungen versinken im Grün ihrer großflächigen Gärten. Die Struktur Bishkeks kam der sowjetischen Stadtplanung sehr entgegen, da sich die Bebauung dieser Zeit harmonisch in das Raster einfügt, wie schon die neoklassizistischen Bauten aus der Zarenzeit. Dieses Raster eignete sich perfekt für die gebaute Repräsentation der sowjetsozialistischen Politik.
Mit der Unabhängigkeit Kirgistans hat sich nicht viel verändert. Es gibt weder seitens des Präsidenten, noch seitens der Bevölkerung das Bedürfnis nach einer Inszenierung ihrer Hauptstadt. Die neuerstellten Gebäude führen die Tradition des gebauten Objektes auf der rechteckigen Fläche fort. Es gibt keine Monumente eines sich selbst verherrlichenden Herrschenden oder Pläne für monumentale Symbolbauten einer "neuen" unabhängigen Hauptstadt, wie in vielen anderen zentralasiatischen Hauptstädten. Das Potential Bishkeks hinsichtlich ihrer Entwicklung scheint darin zu liegen, dass es keine staatliche oder diktatorisch durchgesetzte Stadtplanung gibt und sie genau diese "demokratische" Freiheit und Zeit nutzten könnte, um zu einer vielfältigen Architektur- und Städtebausprache zu finden.