Kasachstan und seine neue Hauptstadt

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Unter den Hauptstadtentwicklungen der zentralasiatischen GUS-Staaten spielt die Kasachstans eine besondere Rolle. Die Hauptstadt wurde von dem südlichen Rand des Landes aus einer gewachsenen Stadt Almaty (Alma Ata) in eine 250.000 Einwohner umfassende Arbeiterstadt im mittleren Norden Kasachstans verlagert - Astana, kasachisch schlicht "Hauptstadt".

Ein Blick auf die Strukturen des Landes machen diesen politisch wie wirtschaftlich gewaltigen Schritt schnell verständlich. Kasachstan ist das wirtschaftlich stärkste Land der Region und wird seinen Vorsprung, begründet durch die Erdölreserven von immer höherem Weltrang, in Zukunft noch weiter ausbauen. Strukturell gliedert sich das Land in drei Regionen getrennt durch eine beinahe unbewohnte Steppenlandschaft im Kernland, die sich von Osten nach Westen zieht. Der Süden mit der alten Hauptstadt Almaty ist das kulturelle und das Finanzzentrum Kasachstans, gelegen an der ehemaligen Seidenstraße. Der Norden wurde mit den Stadtgründungen zur Zarenzeit und zur Sowjetzeit entlang der transsibirischen Eisenbahnlinie besiedelt und ist bis zum Hauptstadtumzug mehrheitlich russisch geprägt. In diesem Siedlungsgebiet liegt Astana verhältnismäßig weit im Süden und damit gut vernetzt mit den anderen Provinzen. Die dritte Region um deren wichtigste Stadt Atyrau findet sich im Westen am Kaspischen Meer. Sie erlangte Bedeutung durch die kasachischen Ölfelder.

Vor diesem Hintergrund sind die Beweggründe, die den Hauptstadtumzug rechtfertigen, von offizieller Seite begreifbar: Eine raumplanerisch wertvolle Dezentralisierung entkoppelt von Almaty und eine Förderung der nördlichen Regionen sowie eine Lockerung der ethnischen Fronten im Lande, die aus Sicht der Minderheiten allerdings als Kasachisierung bewertet werden.

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